Legal glücksspiel in Schweiz

Casinospiele, Poker und Sportwetten übers Internet auf kostenpflichtigen Websites nun auch in Schweiz erlaubt.

Legal Glucksspiel in Schweiz: casino spielen, poker und online sportwetten in Schweiz

Illegales Glücksspiel: Vier Länder wollen ihre grenzüberschreitende

10 September 2026

Der Kampf gegen illegale Glücksspielplattformen kann nicht mehr ausschliesslich auf nationaler Ebene geführt werden. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse des Treffens, das am 9. und 10. September 2026 in Bern zwischen den zuständigen Behörden der Schweiz, Deutschlands, Österreichs und Liechtensteins stattfand.

Im Rahmen dieses jährlichen Austauschs zwischen den deutschsprachigen Ländern widmeten die Aufsichtsbehörden einen grossen Teil ihrer Gespräche der Entwicklung des illegalen Online-Marktes und den Möglichkeiten, ihre Massnahmen besser aufeinander abzustimmen. Die Diskussionen befassten sich jedoch auch mit dem Spielerschutz, Sportwetten, Prognosemärkten sowie dem grenzüberschreitenden Datenaustausch über vom Glücksspiel ausgeschlossene Personen.

Illegale Casinos und Glücksspielseiten im Fokus

Die vier Länder stehen heute vor einer gemeinsamen Herausforderung: Das Internet ermöglicht es im Ausland ansässigen Anbietern, ihre Dienste relativ einfach Spielern in Märkten anzubieten, in denen sie nicht über die erforderlichen Bewilligungen verfügen.

Diese internationale Dimension erschwert die Arbeit der Aufsichtsbehörden. Ein Anbieter kann seinen Sitz in einem Land haben, seine technische Infrastruktur von einem anderen Staat aus betreiben und gleichzeitig Spieler in mehreren europäischen Ländern ansprechen.

Das Treffen in Bern bot deshalb die Gelegenheit, die derzeit eingesetzten Massnahmen miteinander zu vergleichen und jene Bereiche zu identifizieren, in denen eine engere Zusammenarbeit deren Wirksamkeit verbessern könnte.

In der Schweiz gehört die Bekämpfung illegaler Angebote bereits zu den Aufgaben der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK). Sie kann insbesondere den Zugang zu Online-Casinoplattformen sperren lassen, die ihre Dienste Schweizer Spielern anbieten, ohne über eine entsprechende Konzession zu verfügen. Die Gespa ist ihrerseits in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich tätig, insbesondere bei Wetten und Grossspielen.

Diese Politik hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Ende 2024 umfasste die Liste der von der ESBK gesperrten Online-Spielangebote bereits 2'093 Einträge. Das waren 601 mehr als ein Jahr zuvor.

Auch Deutschland und Österreich verstärken ihre Massnahmen

Der Austausch in Bern findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem auch mehrere andere europäische Länder ihre Instrumente gegen nicht bewilligte Anbieter ausbauen wollen.

In Deutschland verfügt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) über verschiedene Möglichkeiten, gegen illegale Angebote vorzugehen. Neben verwaltungsrechtlichen Untersagungsverfahren kann die Behörde Massnahmen ergreifen, die den Zugang zu den Plattformen oder deren Zahlungsverkehr betreffen.

Die von der deutschen Behörde veröffentlichten Zahlen verdeutlichen den Umfang dieser Überwachung: Allein im Jahr 2024 wurden 1'788 Internetseiten im Zusammenhang mit Verfahren gegen illegales Glücksspiel oder dessen Werbung überprüft. Nach Angaben der GGL waren zudem 657 illegale Webseiten infolge von Sperrmassnahmen aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Bei 165 Plattformen wurden Beschränkungen des Zahlungsverkehrs verhängt.

Auch Österreich arbeitet an einer Weiterentwicklung seines Systems. Ein 2026 vorgestelltes Projekt sieht insbesondere Netzsperren sowie sogenanntes «Payment Blocking» vor. Dabei sollen finanzielle Transaktionen mit illegalen Anbietern verhindert oder zumindest erschwert werden.

Die internationale Zusammenarbeit erhält dadurch eine besondere Bedeutung: Nationale Behörden treffen häufig auf dieselben Anbieter, dieselben Umgehungsmethoden und teilweise auch auf dieselben technischen oder finanziellen Dienstleister.

Auch legale Anbieter sollen eine Rolle spielen

Das Treffen in Bern beschränkte sich nicht auf die behördlichen Zwangsmassnahmen. Auch die Rolle konzessionierter Anbieter im Kampf gegen den illegalen Markt wurde diskutiert.

Bewilligte Marktteilnehmer befinden sich dabei in einer besonderen Position. Sie kennen die Praktiken des Marktes, beobachten Veränderungen im Spielverhalten und können das Auftreten neuer Angebote oder Produkte, die mit dem regulierten Markt konkurrieren, häufig frühzeitig erkennen.

Für die Behörden stellt sich deshalb auch die Frage, wie dieses Marktwissen genutzt werden kann, ohne die klare Trennung zwischen den Aufsichtsaufgaben der Regulierungsbehörden und den kommerziellen Interessen der Anbieter aufzuweichen.

Prognosemärkte geraten stärker in den Fokus der Regulierungsbehörden

Ein weiteres wichtiges Thema des Treffens waren Prognosemärkte.

Auf solchen Plattformen können Verträge gekauft oder verkauft werden, deren Wert davon abhängt, ob ein zukünftiges Ereignis eintritt. Dabei kann es um Politik, Wirtschaft oder Sport gehen. In manchen Fällen ähnelt dieses Modell sehr stark einer klassischen Wette.

Mehrere europäische Aufsichtsbehörden beschäftigen sich bereits intensiv mit diesem Thema. Im Juni 2026 hatte sich die Gespa einer gemeinsamen Erklärung mehrerer europäischer Behörden angeschlossen, um auf diese neuen Produkte aufmerksam zu machen.

Die Schweizer Position ist vergleichsweise klar: Nach Einschätzung der Gespa fallen solche Verträge grundsätzlich unter den Begriff des Geldspiels und insbesondere unter jenen der Wette. In der Schweiz können jedoch nur Wetten auf den Verlauf oder den Ausgang von Sportereignissen bewilligt werden. Ausländische Angebote, die aus der Schweiz zugänglich sind, können deshalb Gegenstand von Sperrmassnahmen werden.

Das rasche Wachstum dieser Märkte erklärt, weshalb sie inzwischen einen immer grösseren Stellenwert im internationalen Austausch zwischen Regulierungsbehörden einnehmen.

Macolin-Konvention und Integrität von Sportwettkämpfen

Die in Bern versammelten Vertreter befassten sich ausserdem mit der Umsetzung der Macolin-Konvention im Bereich der Sportwetten.

Die unter dem Dach des Europarats verabschiedete Konvention bildet den wichtigsten internationalen Rechtsrahmen zur Bekämpfung der Manipulation von Sportwettkämpfen. Ihr Grundprinzip beruht wesentlich auf der Zusammenarbeit und dem Informationsaustausch zwischen staatlichen Behörden, Sportorganisationen, Veranstaltern von Wettbewerben und Wettanbietern.

Die Problematik geht dabei weit über die blosse Erkennung manipulierter Spiele hinaus. Im Juni 2026 hatte der Überwachungsausschuss der Konvention unter anderem Leitlinien verabschiedet, die sich mit der Einstufung von Wettanbietern nach ihrem Risikoprofil, der Anpassung von Wettangeboten an Manipulationsrisiken sowie der Bekämpfung von Geldwäscherei im Zusammenhang mit Sportwetten befassen.

Die Entwicklung der Prognosemärkte fügt dieser Überwachung nun eine weitere Dimension hinzu.

Spielsperren: Erstes konkretes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Liechtenstein

Das Treffen ermöglichte zudem eine erste Bilanz des zwischen der Schweiz und Liechtenstein geschlossenen Abkommens über Spielsperren.

Seit dem 7. Januar 2025 entfaltet eine in der Schweiz ausgesprochene Spielsperre auch in Liechtenstein Wirkung. Konkret kann eine im Schweizer Sperrregister eingetragene Person nicht mehr an den vom System erfassten landbasierten oder Online-Casinospielen sowie an online angebotenen Grossspielen teilnehmen. Die gegenseitige Anerkennung gilt auch in umgekehrter Richtung.

Das Ziel ist klar: Eine Landesgrenze soll es nicht ermöglichen, eine zum Schutz eines Spielers ausgesprochene Massnahme zu umgehen.

Nach mehr als eineinhalb Jahren Anwendung nutzten die Behörden das Treffen in Bern, um eine erste Bilanz dieses Systems zu ziehen. Vor allem prüften sie eine möglicherweise wichtige Perspektive für die Zukunft: die Einbindung weiterer Staaten in diesen Datenaustausch.

Eine solche Entwicklung wäre ein weiterer Schritt hin zu einem stärker grenzüberschreitend gedachten Spielerschutz. Gleichzeitig würde sie jedoch wichtige Fragen zur Kompatibilität der verschiedenen nationalen Systeme und zum Schutz personenbezogener Daten aufwerfen.

Glücksspielaufsicht wird zunehmend international

Die Teilnehmer tauschten sich schliesslich auch über aktuelle Entwicklungen in der Rechtsprechung und Forschung im Glücksspielbereich aus. Solche Treffen ermöglichen es den Regulierungsbehörden, ihre Erfahrungen regelmässig miteinander zu vergleichen und neue Praktiken schneller zu erkennen.

Die Schweiz, Gastgeberland der Ausgabe 2026, wurde unter anderem durch die Eidgenössische Spielbankenkommission, das Bundesamt für Justiz und die Interkantonale Geldspielaufsicht vertreten.

Über die einzelnen in Bern behandelten Themen hinaus bestätigt das Treffen vor allem einen grundlegenden Trend. Angesichts digitaler Plattformen, die gleichzeitig in mehreren Ländern tätig sein können, verlieren nationale Grenzen für die Organisation der Glücksspielaufsicht zunehmend an Bedeutung.

Die Regulierungsbehörden Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Liechtensteins wollen ihren Austausch deshalb fortsetzen und weiter vertiefen. Ob Sperrung illegaler Plattformen, Zahlungsströme, Prognosemärkte, Integrität von Sportwetten oder Schutz gesperrter Personen: Die internationale Zusammenarbeit entwickelt sich zu einem der wichtigsten Instrumente, mit denen die Behörden einen Online-Glücksspielmarkt überwachen können, der längst weitgehend grenzüberschreitend funktioniert.

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