Legal glücksspiel in Schweiz
Casinospiele, Poker und Sportwetten übers Internet auf kostenpflichtigen Websites nun auch in Schweiz erlaubt.
Die Schweiz setzt ihren Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel konsequent fort. Am 26. Mai 2026 veröffentlichte die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) ihre zweite Sperrliste des Jahres. Damit steigt die Gesamtzahl der blockierten Domains in der Schweiz auf 3.398.
Mit dieser neuen Maßnahme unterstreichen die Schweizer Behörden erneut ihren Willen, den Zugang zu nicht bewilligten Glücksspielangeboten weiter einzuschränken und Spieler besser zu schützen.
In der Schweiz dürfen Online-Casinospiele nicht von beliebigen Unternehmen angeboten werden. Nur landbasierte Schweizer Spielbanken mit offizieller Konzession können Online-Glücksspiele betreiben.
Dafür benötigen sie zusätzlich eine Erweiterung ihrer Konzession durch den Bundesrat sowie eine Genehmigung der ESBK für jedes einzelne Spielangebot.
Beliebte Casinospiele wie Roulette, Blackjack, Spielautomaten oder Online-Poker dürfen somit ausschließlich über lizenzierte Schweizer Plattformen angeboten werden.
Dieses restriktive Modell soll eine strenge Kontrolle des Marktes gewährleisten und Risiken wie Geldwäsche, Betrug oder problematisches Spielverhalten besser eindämmen.
Die neu veröffentlichte Liste zeigt deutlich, wie stark illegale Anbieter weiterhin versuchen, Schweizer Spieler anzusprechen.
Bereits im Februar 2026 hatten die Behörden 376 zusätzliche Domains gesperrt. Damals näherte sich die Gesamtzahl der blockierten Webseiten bereits der Marke von 3.000 Einträgen.
Nur wenige Monate später umfasst die Sperrliste nun 3.398 Domains.
Dies verdeutlicht, wie aktiv Offshore-Anbieter weiterhin neue Webseiten, Mirror-Domains und Weiterleitungen erstellen, um die Schweizer Sperrmaßnahmen zu umgehen.
Die Schweizer Behörden konzentrieren sich mittlerweile nicht mehr nur auf illegale Online-Casinos selbst. Zunehmend geraten auch Affiliate-Webseiten ins Visier, die Spieler an nicht lizenzierte Anbieter weiterleiten.
Dieser Strategiewechsel zeigt, dass die Regulierungsbehörden inzwischen das gesamte Werbe- und Vermarktungsnetzwerk rund um illegales Glücksspiel bekämpfen wollen.
Vergleichsportale, Bonusseiten und bestimmte Vermittlungsplattformen können deshalb ebenfalls auf der Sperrliste landen, wenn sie illegale Angebote bewerben.
Gemäß dem Schweizer Geldspielgesetz (BGS) sind Internetanbieter verpflichtet, den Zugang zu gesperrten Webseiten technisch zu blockieren.
In den meisten Fällen erfolgt dies über DNS-Sperren. Nutzer in der Schweiz können dadurch nicht mehr ohne Weiteres auf die betroffenen Seiten zugreifen.
Die Schweizer Gerichte haben die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen mehrfach bestätigt und betrachten sie als wichtiges Instrument zum Schutz der Konsumenten.
Die Schweizer Gesetzgebung unterscheidet klar zwischen illegalen Betreibern und den Spielern selbst. Personen, die auf nicht bewilligten Plattformen spielen, machen sich nicht strafbar.
Die Behörden warnen jedoch ausdrücklich vor den Risiken solcher Angebote:
fehlende Zahlungsgarantien;
unzureichender Schutz persönlicher Daten;
erhöhtes Betrugsrisiko;
keine Kontrolle über die Fairness der Spiele;
mangelnde Maßnahmen zum Spielerschutz.
Auch wenn Spieler keine strafrechtlichen Konsequenzen befürchten müssen, bewegen sie sich somit in einem unsicheren Umfeld.
Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern verfolgt die Schweiz weiterhin ein stark reguliertes und geschlossenes Marktmodell.
Nur konzessionierte Schweizer Spielbanken dürfen Online-Casinospiele anbieten. Lotterien und Sportwetten werden weiterhin hauptsächlich von Swisslos und der Loterie Romande betrieben.
Durch dieses Modell behalten die Behörden die volle Kontrolle über den Markt und stellen sicher, dass ein Teil der Glücksspielerträge öffentlichen Projekten, dem Sport oder kulturellen Initiativen zugutekommt.
Trotz tausender gesperrter Domains bleibt der Kampf gegen illegale Glücksspielseiten eine große Herausforderung.
Offshore-Anbieter passen ihre Strategien laufend an, registrieren neue Domains oder werben aggressiv über soziale Netzwerke und Suchmaschinen.
Mit der aktuellen Sperrliste von insgesamt 3.398 Einträgen zeigt die Schweiz jedoch deutlich, dass sie weiterhin zu den strengsten Glücksspielregulierern Europas gehören möchte.
Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die ESBK und die interkantonale Behörde Gespa auch in den kommenden Monaten weitere Webseiten sperren werden, um den Schweizer Markt und die lokalen Spieler besser zu schützen.
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